CROSSING-Konferenz „From Tweets to Quantum“

15.05.2017

Cyber­sicher­heitsexperten diskutieren in Darmstadt über die Verschlüsselung der Zukunft

Unter dem Motto „From Tweets to Quantum“ treffen sich am 15. und 16. Mai über 150 IT-Sicherheitsforscher in Darmstadt, um über die Verschlüsselung der Zukunft zu diskutieren. Sicher muss sie sein, aber auch effizient, praktikabel und nicht zuletzt benutzerfreundlich – eine große Herausforderung. Der Sonderforschungsbereich CROSSING an der TU Darmstadt hat daher zum zweiten Mal renommierte Experten zur Jahreskonferenz eingeladen.

© Ann-Kathrin Braun

Die Organisatoren der Konferenz, Prof. Johannes Buchmann und Prof. Ahmad-Reza Sadeghi, beide CRISP-Forscher am Profilbereich CYSEC der TU Darmstadt, im Kurzinterview:

Was erwartet die Teilnehmer auf der CROSSING-Konferenz?
Ahmad-Reza Sadeghi (AS): Vieles! Vom Schutz der Demokratie gegen Manipulationen elektronischer Wahlen oder Sozialer Netzwerke, benutzerfreundlicher Kryptographie, Privatheit im 21. Jahrhundert bis hin zur Sicherheit im Internet der Dinge. Auch Unternehmen wie Cisco, Google, Intel und Snapchat sind vertreten. Die Konferenz ist eine Plattform für richtungsweisende Forschung im Bereich IT-Sicherheit und Privatheit: Was sind die heutigen und zukünftigen He­raus­for­de­rung­en? Nur wenn die verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten, können wir Lösungen dafür finden.

Welche Impulse können von der Cyber­sicher­heits-Forschung in die Gesellschaft ausgehen?
AS: Durch die enorme Abhängigkeit von der Digitalisierung werden die Menschen und die Systeme, die sie nutzen, attraktive Angriffsziele. Angriffe können durch das Internet auch aus größter Entfernung und sogar automatisiert durchgeführt werden. Mit unserer Forschung arbeiten wir daran, solche Angriffe zu erkennen und abzuwehren.

An welchen Themen forschen die Wissen­schaft­lerinnen und Wissenschaftler in CROSSING?
Johannes Buchmann (JB): Ein zentrales Thema ist die nächste Generation von Kryptographie, also die Verschlüsselung der Zukunft. Wir wissen heute: mächtige Quantencomputer, an denen große Firmen wie Google und IBM arbeiten, werden viele heutige kryptographische Verfahren unsicher machen. CROSSING arbeitet an alternativen Verschlüsselungsmethoden, gegen die sogar Quantencomputer keine Chance haben.

Im Angesicht der jüngsten „Datenlecks“: Wie kann ich meine Daten jetzt schon für die Zukunft schützen? Was sollten Unternehmen beachten?
JB: NutzerInnen sollten ihre Accounts mit starken Passwörtern sichern und ihre Daten nur bei Anbietern eingeben, die Verschlüsselung nutzen. Die Wirtschaft sollte in Kooperation mit der Wissenschaft schon heute auf zukunftssichere Kryptographie setzen. Wir unterstützen gerne bei der Entwicklung von Migrationsstrategien.

CROSSING steht für "Cryptography-Based Security Solutions: Enabling Trust in New and Next Generation Computing Environments" und ist ein seit Oktober 2014 von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft DFG geförderter Sonderforschungsbereich an der TU Darmstadt. Wissenschaftler des Profilbereichs CYSEC der TU Darmstadt entwickeln hier gemeinsam kryptographie-basierte Si­cher­heits­lö­sun­gen für heutige und zukünftige IT-Systeme.

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