Drei Tipps für Gründer

08.10.2018

StartUp Gründung im Team - gemeinsam durchstarten

Teamwork ist eines der Schlagwörter der modernen Arbeitswelt. Der Deutsche Startup Monitor zeigt, dass drei von vier Startups im Team gegründet werden (DSM 2017). So wurden auch einige erfolgreiche Gründungen im Team auf den Weg gebracht, die nun namhafte Unternehmen aus dem Silicon Valley sind.

Doch was macht Teamwork so erfolgreich? Im Team treffen Personen mit unterschiedlichen Wissensständen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Interessen und Charaktereigenschaften aufeinander. Optimalerweise ergänzen und verknüpfen sich diese Merkmale so, dass ein Gründerteam alle erforderlichen Kompetenzen für ein wertschöpfendes Unternehmen aufweisen kann. Allerdings ist Teamwork Typsache und daher nicht immer ein Erfolgsgarant.

Solopreneur oder Mitgründer?

Es ist eine Seltenheit, dass eine einzige Person alle Fähigkeiten und Kompetenzen zur erfolgreichen Umsetzung einer Gründungsidee in sich trägt. Auf eine Vielzahl und Vielfalt innerhalb eines Teams zu setzen scheint daher naheliegend. Dennoch ist Teamarbeit auch eine Typsache: nicht jede/r Entrepreneur fühlt sich in einem Team wohl. Es kann vorkommen, dass die Meinung und das Wissen anderer beirrt und von den eigenen Vorstellungen abbringt. Basis für die Zusam­men­arbeit ist daher in jedem Falle, dass alle Teammitglieder von der Gründungsidee überzeugt sind und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Nicht jede Geschäftsidee ist ohne ein Team umsetzbar - und dies bringt viele Vorteile mit sich: Der Austausch mit Mitgründerinnen und Mitgründern kann kreative Potentiale wecken und das Vorankommen bei der Umsetzung der Gründungsidee fördern. Im Dialog mit Teamkolleginnen und -kollegen werden zwar Entscheidungen häufig langsamer getroffen, jedoch profitieren die Beteiligten in diesem Prozess voneinander. In diesem Prozess ist es durchaus möglich, dass Kompetenzen auf andere Teammitglieder übertragen und gleichzeitig verinnerlicht werden. Ein Austausch ist daneben auch mit externen, neutralen Ansprechpartnern, wie Mentoren und Beratern, möglich. Diese können als sogenannte „Sparringspartner“ auftreten und Solopreneure unterstützen, z.B. hinsichtlich relevanter Entscheidungen oder fachlicher Lösungen.

Auf dem Weg zur eigenen Gründung müssen Höhen und Tiefen überwunden und immer wieder neue Motivation geschöpft werden – Durchhaltevermögen ist gefragt. Dass dies im Team besser gelingt als alleine, würden die meisten Gründerinnen und Gründer bejahen. Ein Team kann in bestimmten Phasen Sicherheit und Stabilität geben, die von anderen Seiten in dieser Form nicht einzuholen ist. Daneben können das persönliche Umfeld und Kontakte innerhalb der Gründerszene unterstützen.

Wie schaffe ich eine Basis für eine gute Teamarbeit?

Eine Idee reift erst durch gute Zusam­men­arbeit. Die Außenwirkung eines Unternehmens, die unter anderem für den Erfolg des Unternehmens ausschlaggebend ist, spiegelt auch die Verhältnisse im Team wieder. Je besser die Zusam­men­arbeit ist, desto besser wird auch die Umsetzung der Gründungsidee funktionieren.

Die Diversität eines Gründerteams bietet Potentiale, die, wenn sie ausgeschöpft werden, die Effizienz der Zusam­men­arbeit sowie die allgemeine Produktivität eines Teams steigert. So können Teilaufgaben entsprechend der jeweiligen fachlichen Expertise zugewiesen werden, für bestimmte Bereiche – und hier ist die Teamgröße entscheidend – kann es sinnvoll sein, dass Aufgaben überlappen. Eine ständige Kommunikation zwischen allen Teammitgliedern ist dabei Grundvoraussetzung. Um Unstimmigkeiten und Konflikte zu vermeiden ist eine Definition von Rollen, eines Ziels (und Teilzielen) und Entscheidungswegen unabdingbar. In regelmäßigen Teammeetings werden Aufgaben abgestimmt und Probleme besprochen.

„Wir begegnen uns in den Gemeinsamkeiten und wachsen an unseren Unterschieden“ (Zitat von Virginia Satir)

Neben einer fachlichen Grundlage ist auch eine persönliche Basis gefragt: Um effektiv im Team arbeiten zu können, sollte gegenseitiges Vertrauen vorhanden sein. Gerade in frühen Phasen einer Gründung, in denen die finanzielle Situation schwierig ist und der Antrieb zur eigenen Arbeit vor allem aus der Überzeugung über die eigene Idee resultiert, spielt Gewissenhaftigkeit und Eigenverantwortung eine große Rolle. Hier finden sich auch Konfliktpotentiale, beispielsweise wenn die Erwartungshaltungen der Teammitglieder differieren oder das Engagement unterschiedlich hoch ist.

Wo und wie finde ich Mitgründer?

Vor der Suche nach einem Gründerteam oder einzelnen Mitgründerinnen und Mitgründern ist es sinnvoll, sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Auf Basis des eigenen Profils kann ein Anforderungsprofil für zukünftige Teamkollegen erstellt werden, das sowohl fachliche als auch persönliche Kriterien berücksichtigt. Vor allem bei einer Neugründung ist das „Brennen“ für die Idee entscheidend: nur eine Person, die von der Idee überzeugt ist, ist auch bereit Zeit und Energie in die Umsetzung zu investieren. Eine gewisse Offenheit und Kompromissbereitschaft sollte dennoch bei der Suche und Auswahl des Teams beibehalten werden.

Ein geeigneter Ort für das Finden von Mitgründerinnen und Mitgründern sind Gründerveranstaltungen, z.B. in Form von MeetUps oder Gründerstammtischen. Neben der Mitgründersuche bieten solche Events die Möglichkeit zum Netzwerken und eine gute Gelegenheit für einen Er­fahrungs­aus­tausch innerhalb der hiesigen Gründerszene. Auf diese Weise ist es auch möglich, schnell mit Expertinnen und Experten aus bestimmten Bereichen in Kontakt zu treten. Weitere Möglichkeiten sind sogenannte Hackathons, praxisnahe Seminare in der Uni oder themenspezifische Workshops für Gründerinnen und Gründer, bei denen die Chance, auf Gleichgesinnte zu treffen, deutlich hoch ist. Auch online gibt es zahlreiche Gründerplattformen, auch soziale Netzwerke und Jobportale eignen sich zum Finden von Mitstreitern, z.B. innerhalb von themenspezifischen Gruppen.

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