Veröffentlichung der secUnity Roadmap „Cybersecurity Research: Challenges and Course of Action“

© Eric Berghen

Am 5. Februar 2019 stellte das BMBF-Verbundprojekt secUnity eine Roadmap zur europäischen IT-Sicher­heits­forschung in Brüssel vor. Während der Rahmenveranstaltung mit 130 TeilnehmernInnen in der Vertretung des Landes Hessen bei der EU diskutierten hochrangige VertreterInnen des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission (DG CNECT) und der ENISA mit secUnity-Wissen­schaft­lerInnen über die IT-Sicherheitspolitik der EU und eine „Zivile Cyber­sicher­heits­for­schung für Digitale Souveränität“. Im Vorfeld der Veranstaltung bot sich zudem in dem secUnity-Workshop zu „Artificial Intelligence and Cybersecurity“ die Gelegenheit zum Austausch über den Stand der Forschung.

Flankiert wurde die Abendveranstaltung von einer Podiumsdiskussion. Ausgangspunkt dafür war die provokante These von Herrn Prof. Helmbrecht (Geschäftsführender Direktor der ENISA) in seinem Impulsvortrag: „Warum nicht ein CERN für die IT-Sicher­heits­forschung?“. Dazu wurde forschungsseitig von Herr Prof. Müller-Quade (Karlsruher Institut für Technologie) und Frau Prof. Eckert (Fraunhofer AISEC) jedoch der Bedarf nach einer dezentralen und breit aufgestellten IT-Sicher­heits­forschung als notwendig angesehen, um den vielfältigen Angriffen begegnen zu können. Aus europäischer Perspektive sprach Frau Dr. Spanou (Direktorin Digitale Gesellschaft, Vertrauen und Cyber­sicher­heit, Europäische Kommission) die möglichen Vorteile des Austausches zwischen ziviler und militärischer IT-Sicher­heits­forschung an, was Frau MdEP Reda (Mitglied des Europäischen Parlaments) eher kritisch sah. Für die Cyber­sicher­heit wünschte sich Frau Reda „statt nationaler Souveränität lieber radikale Offenheit – nur so können wir die vielen verschiedenen AkteurInnen in Europa zusammenbringen.“

Die secUnity-Roadmap soll ein Grundstein sowohl für den politischen als auch für den wissen­schaft­lichen Diskurs sein. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch die feierliche Übergabe der secUnity-Roadmap an ENISA, vertreten durch Prof. Müller-Quade (secUnity-Sprecher, KIT) und Prof. Helmbrecht (ENISA).

Im Vorfeld der Abendveranstaltung fand zudem am selben Nachmittag der wissen­schaft­liche Workshop von secUnity zum Thema „Artificial Intelligence and Cybersecurity“ statt. Dort stellten Herr Prof. Thorsten Holz von der Ruhr-Universität Bochum und Frau Ninja Marnau, Senior Researcher am CISPA, zentrale Inhalte der Roadmap im Hinblick auf „Artificial Intelligence and Cybersecurity" aus wissen­schaft­licher Sicht vor. In ihrer Keynote vor den ca. 70 Gästen des Workshops betonte Frau MdEP Mady Delvaux-Stehres, die stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses des Europäischen Parlaments, die Wichtigkeit von Grundlagenforschung, Standards aber auch Sensibilisierung der Nutzer für zukünftige KI-Systeme.

In secUnity arbeiten IT-SicherheitsexpertInnen aus ganz Deutschland zusammen. Beteiligt sind, neben den drei nationalen Kom­pe­tenz­zen­tren KASTEL, CRISP und CISPA, SpezialistInnen der TU Darmstadt, der Ruhr-Universität Bochum und der Fraunhofer-Institute AISEC und SIT.

Mehr In­for­ma­tio­nen finden Sie auf der secUnity-Webseite: https://it-security-map.eu/de/roadmap/secunity-roadmap/